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Fotos auf Filz übertragen?
Ein Bekenntnis vorweg: ich hatte die Selbstreinigungskräfte der
Wolle doch etwas über- und die Fähigkeiten moderner Kunststofftechnologien
unterschätzt. Sie selbst hatte ein Bild in einem Fotoshop auf ein Stück Stoff übertragen lassen und versucht dieses einzufilzen. Das geht natürlich nur sehr begrenzt, da der Stoff mitschrumpft (wie bei NUNO). Ich hatte mich noch nie damit befasst, aber es ließ mir keine Ruhe. Eine Transferfolie direkt auf den Filz aufzubügeln erschien mir nicht sehr sinnvoll, da ich erwartete, dass die Wolle die fremde Substanz abweist (Selbstreinigungsvermögen von Wolle). Ich suchte einen Weg, den bedruckten Stoff mit dem fertigen Filz zu verbinden. Dazu erzeugte ich ein Stück Filz, dem ich in Reservetechnik einen Hohlraum gab. Auf eine dickere Schicht Wolle legte ich eine dünne Schablone, dann eine dünne Schicht Wolle auf und verfilzte alles zu einem dichten Filz. Dann öffnete ich die vorgesehene Stelle auf der dünnen Seite in der Größe des einzubringenden Bildes, schob ein Stück Stoff mit dem aufgedruckten Bild so ein, dass ein ausreichender Rand rundum verdeckt blieb. Damit der Stoff einigermaßen glatt blieb, versteifte ich ihn mit Wäschesteife. Danach vernadelte ich den hohl verbliebenen Bereich. Die Wollfasern schoben sich durch den eingelegten Stoff und verbinden alle drei Schichten sehr stabil miteinander. Das klappte alles sehr gut. Bilder 5, 6 und 7 Bei größeren Flächen kann sich die Stofffläche wölben.
Interessant ist es, die Gegenseite des Filzes ebenfalls zu öffnen
und somit eine durchgehende Öffnung im Filz zu erzeugen, die mit
einem anderen Stoff geschlossen wird. Nicht schlecht, auch für andere
Einsatzmöglichkeiten. Darum wagte ich den direkten Weg. Transferfolie zum Bedrucken mit einem Tintenstrahldrucker zur Erzeugung von aufbügelbaren Folien (für T-Shirts) gibt es überall zu kaufen. Ich ließ mir von meiner Frau (bei uns für alles was mit Fotos zusammenhängt zuständig) verschiedene Fotos auf die Folie drucken. Diese bügelten wir auf verschiedene Filzflächen. Wichtige Hinweise: 1. Zum Aufbügeln nur die bei der Folie beigelgten Silikonpapiere verwenden. Allenfalls Backpapier. Einfaches Packpapier (Butterbrotpapier) klebt an der Folie und lässt sich nicht wieder abziehen. 2. Der Filz muss vor dem Aufbügeln ganz trocken sein. Bei feuchtem Filz bilden sich Dampfblasen unter der Folie und beulen diese aus. Es kann sogar dazu kommen, dass sich Risse in der Folie bilden. Zunächst auf feine Wollsorten, dann auch auf grobe Bergschafwolle. Mal schnitten wir das Motiv randgenau aus, mal etwas großzügiger. Alle Versuche verliefen erfolgreich. Auch sehr feine Konturen bleiben fest haften. Bilder 1 und 2 Die Verbindung zwischen der Folie und dem Filz ist so stabil, dass ich ein Stück Filz mit aufgebügelter Folie um etwa 15% Schrumpf in jeder Richtung weiterfilzen konnte, ohne dass sich die Folie ablöste. Sie krumpfte zwar, bleibt aber fest haften. Bild 8. Ein, auf ein Sitzkissen aus Bergschafwolle aufgebügeltes Bild haftet so gut, dass es sich trotz ständigen Gebrauchs nicht verändert. Bild 2 Die Bilder sehen allerdings irgendwie draufgelegt aus. Sie heben sich optisch an den Rändern ab, obwohl sie auch den Kanten fest haften. Das führte zu dem Versuch die oben angesprochene Technik des Hohlraums mit dem Aufbügeln zu verbinden. Die Folie bleibt etwas größer als das Bild. Der unbedruckte Rand verschwindet hinter dem Filzrand. Dieser wird nach den Einbügeln vernadelt und noch mal gebügelt. Auch dies ist ein interessanter Weg, das Bild wirkt ein wenig eingerahmt. Bilder 3 und 4 Wem das zu aufwändig ist, kann folgendes machen: Den überstehenden
Rand des Bildes mit losen Wollfasern belegen, diese annadeln und dann
nochmals mit dem Bügeleisen aufbügeln. Die Folie nimmt auch
von oben her die Wolle an und verschweißt sie.
Folie auf feine Merinowolle Konturen ausgeschnitten und aufgebügelt Kleines Blümchen nur aus Folie geschnitten
Ausschnitt von Bild 4
Komplette Ansicht von Bild 3
In einen hohlen Bereich eingenadeltes Bild.
der Filz ist auf beiden Seiten des eingenadelten Bildes geöffnet.
Eingenadeltes Bild, einseitig geöffneter hohler Bereich.
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